Original TitelPraxis 8 - 12 Szenen
Deutscher Titel Praxis 8 - 12 Szenen

Verfügbare Kopien
Digital Betacam PAL | 4:3 | Farbe | Stereo | 25 fps
Betacam SP PAL | 4:3 | Farbe | Stereo | 25 fps
 
Technische Daten
Kategorie:Avantgarde/Arts
Jahr:2010
Land: Austria
Sprache:Kein Dialog
Länge: 25:00 min

Cast
Regie: Dietmar Brehm
Konzept & Realisation: Dietmar Brehm
Videographie: Bertram Hellermann
Videographie: Ina Fischer
Mit Unterstützung von: Innovative Film Austria
Mit Unterstützung von: Kultur Oberösterreich
Mit Unterstützung von: Kultur Linz
49: Paris
50: Gebüsch/Copse
51: Chesterfield
52: Donauland
53: Badezimmer/Bathroom
54: Charles
55: Röntgen/X-Ray
56: Schwarzensee
57: Rechnung/Calculation
58: Bonbon
59: Jayne
60: Personal/Staff

Die seit 2007 laufende Praxis-Serie ist zu einem Lieblingsprojekt im weit verzweigten Werkskatalog Dietmar Brehms geworden; sie werde ihn, wie es aussehe, für den Rest seines Lebens beschäftigen, teilt der Filmemacher trocken mit. Praxis–8 bietet nun zwölf digital bearbeitete Szenen mit den fortlaufenden Nummern 49 bis 60: Variationen gefundener und selbst gedrehter Filmbilder, vornehmlich aus den siebziger und achtziger Jahren. Klassische Brehm-Motive – die abgründigen Details anonymer Sex- und Home-movies, die insistierenden Geräusch-Tonspuren, das gefesselte Nacktmodell eines Bondage-Films, ironisch gesetzte Kitschobjekte und das durch dunkle Brillen verschattete Gesicht des Filmemachers – werden in Praxis–8 synthetisiert und elektronisch verfeinert. Mysteriöses ereignet sich: Ein Mann schließt doppelköpfig, verunstaltet, in Zeitlupe die Augen; ein Urlaubsfilm am Wasser verändert in gefährlich verdrehter Perspektive sein Wesen; durch bunte Farbfilter wird auf ein Menschenhirn im Glas geblickt; und ein paar isolierte Kader von Monroe-Imitat Jayne Mansfield werden zum Mini-Horrorfilm stilisiert. So mündet Praxis–8 in die fast tonlose Szene 60, in das mit knapp sechs Minuten Laufzeit längste Fragment dieses Films, das buchstäblich Zähne zeigt und die Schemen verfilmter Fremder: Körperteile und Teilkörper. In den drastischen Komödien des Dietmar Brehm wird aber nicht nur das Physische, auch das Medium selbst durchleuchtet – mit geradezu obszöner Transparenz, einer Art Röntgen-Pornografie, die an der Außenhaut der Menschen nicht Halt macht: X-rated X-rays. Dabei wird der Raum, den die Materialstufen - vom groben Korn des Super-8 bis zur unwirklichen Schärfe des hochdefinierten digitalen Bildes – markieren, zur Druckkammer, in dem psychische Wahrnehmungstestserien laufen: Brehms Kino ist ein Rorschachtest mit Direktzugang zum Unbewussten.

(Stefan Grissemann)


Vermutlich filme ich die Praxis-Serie, bis mir, bedingt durch Leichenstarre, die Kamera aus der Hand fällt.

(Dietmar Brehm)
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