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Titel:    
Regie     Johann Lurf
  original titel:
Jahr: 2017
Land: Austria
Länge: 99:00 min
Premiere: 2017 /
Medientyp: Film
Kategorie: Avantgarde/Kunst
Orig.Spr.: Verschiedene
Credits  
Technische Daten  
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"Einmal die gesamte Filmgeschichte, bitte!", Pramberger, Uncut, 25.10.2017 "Einmal die gesamte Filmgeschichte, bitte!", Pramberger, Uncut, 25.10.2017

Johann Lurf liefert mit seinem Film ★einerseits ein Werk das staunen lässt, aber andererseits ein überaus anstrengendes Filmvergnügen ist. Aus 550 Filmtiteln hat er die Sternenaufnahmen herausgeschnitten, um diese dann chronologisch also ausgehend vom Produktionsjahr zusammenzuschneiden. Man sieht über 90 Minuten lang nur Sterne unterbrochen von vielen, vielen Schnitten, einigen Kamerafahrten und –schwenks, und ein paar Sternschnuppen.

Die Geräuschkulisse ist dabei äußerst kurios, da die originalen Soundtracks und Dialoge der Filme verwendet wurden und diese oftmals nur bruchstückhaft wiedergegeben werden, da Lurf Credits und Filmtitel rausschnitt, um wirklich nur den Himmel abzubilden. Lange Zeit hat er daran gedacht den Ton ganz wegzulassen, da er vom Bild ablenkt und das All ja im Grunde stumm ist. Andererseits bietet gerade die Geräuschkulisse eine wichtige Basis zur Analyse der Entwicklung der Filme im Laufe der Jahrzehnte und deshalb hört man jetzt im Film Lieder, Stimmen und Geräusche, die vom Wandel der Zeit genauso geprägt sind wie das Bild.

Der Regisseur will mit dieser Arbeit den Verlauf der Filmgeschichte abbilden und das mit einem Urbild der Filmgeschichte, nämlich dem Blick ins All. Entstanden ist diese Idee, als Lurf in einem Seminar von Harun Farocki den Film „Stromboli“ mit Ingrid Bergmann gesehen hat und über die schlechten Aufnahmen der Sterne erstaunt war. Von da an suchte er in sämtlichen Archiven der Welt nach Filmen die den Weltraum abbildeten, um eine Chronologie dieses Raumes in der Filmgeschichte abbilden zu können.

Und da die Filmgeschichte noch nicht zu Ende ist, ist auch dieser Film noch nicht zu Ende. Es handelt sich um ein Work-in-Progress, das der Filmemacher in den kommenden Jahren erweitern will. Vielen im Publikum waren die 90 Minuten zwar schon genug, Lurf meinte aber, dass dem Publikum auch zwei Stunden und mehr zuzutrauen wären. Die Arbeit des Filmemachers sich durch unzählige Archive zu wühlen, um an das Material zu gelangen ist auf jeden Fall zu honorieren, aber die Länge des Films ist schon sehr ermüdend und anstrengend und ist sicherlich nichts für einen gemütlichen Filmabend. Das Museum würde sich meiner Meinung nach für dieses Filmprojekt aber sehr gut anbieten.

(Pramberger, Uncut, 25.10.2017)
   
  filmvideo.at // erstellt am 2017-11-23 letzte Änderung am 2018-04-11