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Titel:     Tranquility
Regie     Siegfried A. Fruhauf
  original titel:
Tranquility
Jahr: 2010
Land: Austria
Länge: 06:30 min
Premiere: /
Medientyp: Film
Kategorie: Experimental
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
Texte und Bilder  
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Synopsis
Tranquility
Sonne, Strand, Meer: Die meisten Menschen verbinden damit die Unbeschwertheit freier Tage, einen losgelösten Zustand von den Zumutungen der Zivilisation. In Siegfried Fruhaufs Tranquility ist das Bild einer Frau, die auf dem Rücken im Sand liegt, neben sich ein liegengebliebendes Stücl Strandspielzeug, über sich nichts als die Sonne und den Wind, der Ausgangspunkt einer abenteuerlich weiten Reise, einer Reise, die sich aus dem Filmmaterial ergibt, das hier zusammenfindet. Man könnte tranquility als einen Urlaubstagtraum sehen, als das Protokoll einer abschwirrenden Phantasie, einer entgrenzten Bewusstseinsarbeit, die sich in einem Zustand vollkommener Entspanntheit einstellt, wie er von der Frau am Strand anzunehmen ist. Die Übergänge zwischen den Bildern vollziehen sich dabei auf all den Wegen, auf denen das Bewusstsein mit Bedeutungen arbeitet: sprachlich, visuell, akustisch. Das Meer der Ruhe, auf dem die ersten Menschen den Mond betraten, liegt auch in Tranquility nur einen Gedankensprung entfernt. Das Flugzeug, dessen majestätischen majestätischen Start Fruhauf ohne Ton zeigt, entfernt sich von der Frau am Strand (wenn man in diesem Moment immer noch an sie denkt) wie ein großes Traumschiff, und wenn man so will, ist Tranquility auch ein Film, der als Flug von Material zu Material zu sehen ist, als Durchquerung eines Luftschlosses, erbaut unter der großen Sonne der Belichtung. Zwischen Da und Dort liegt ein Hitzetraum von einer Strahlungsmacht, die Spuren von Welt in den Bildern des Films hinterlässt. Ein Meer der Ruhe, dessen Wellen aber jederzeit ekstatisch aufbrausen können.

(Bert Rebhandl)


Der Traum vom Fliegen beginnt im Liegen. Wie materialisierte Sehnsucht steigt aus Kopf und Brust einer selbstvergessen versunkenen Frau am Strand dunkler Nebel, der sich in die Lüfte erhebt und den Flugzeugen begegnet. In aller Stille fliegen sie – oder stürzen sie ab, wie Träume sich verflüchtigen? Fruhauf nutzt die Materialisierungsmöglichkeiten des Kinos zu einem Traumgedicht, dessen narrativer Leitfaden die Assoziation ist. Man folgt ihr mit Bangigkeit und Freude. Wenn Nachtträume einem archaischen Visualisierungszwang erwachsen, so ist Tranquility dessen intuitive Kinoversion.

(Viennale Katalog 2010)

Printgrafik: tranquility.jpg

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  filmvideo.at // Tranquility erstellt am 2010-05-20 letzte Änderung am 2016-03-17