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Titel:     Polterabend
Regie     Friedl vom Gröller
  original titel:
Polterabend
Jahr: 2009
Land: Austria
Länge: 03:00 min
Premiere: 2009 /
Medientyp: Film
Kategorie: Avantgarde/Kunst
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Polterabend
Fünf ältere Frauen, lose in zwei Reihen gruppiert, blicken in die Kamera. Ihre Gesichter sind teils nur im Anschnitt zu sehen, eine sechste geht durch das Bild, gesellt sich zu den anderen. Das Bild flackert kurz auf, verschwindet, und die Szene beginnt erneut, dieses Mal mit leicht verschobener Kameraperspektive.
Friedl vom Gröllers (das Pseudonym von Friedl Kubelka) kurzer tonloser Schwarzweißfilm Polterabend, entstanden anlässlich der bevorstehenden Hochzeit der Künstlerin, porträtiert die sechs Frauen im Zustand größtmöglicher Unbewegtheit - gewissermaßen in Umkehrung von Kubelkas fotografischen Verfahren, in welchem sie das einzelne fotografische Porträt über den Zeitraum von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren anfertigt und in der Veränderung der Porträtierten auch den Prozess der Zeit festhält.
In Polterabend verharrt die Kamera zunächst bei der Gruppe und nimmt anschließend jede einzelne ins Bild: eine filmische Augenblicksaufnahme, der gleichwohl, in den Gesichtern der Frauen, das Moment der Zeit eingeschrieben ist. Polterabend verzichtet auf eine äußere Handlung und wird gerade dadurch zur Bühne eines szenischen Geschehens, das weniger durch die Beziehung der Frauen untereinander charakterisiert ist als vielmehr durch die Interaktion zwischen den Porträtierten und der Kamera, die manchmal einem subtilen Kampf gleicht. Frontal von der Kamera ins Bild genommen, erwidern die Frauen deren "Blick", manche selbstbewusst, manche skeptisch, und nicht alle halten ihm stand, weichen für kurze Augenblicke in kleinen Seitenhandlungen aus, etwa wenn eine der Frauen an einem Fläschchen riecht.
Kubelka hält die ambivalenten Gefühlsregungen der Frauen im Bild fest. Und lässt, durch die Gegenwart der Kamera, die insbesondere über technische "Fehler" wie die Wiederholung der Anfangseinstellung oder das Wackeln der Kamera bewusst wird, nie vergessen, dass dem Verhältnis Kamera - Porträtierte immer auch ein Moment des Nicht-Authentischen und Konstruierten innewohnt, die Grenzen zwischen Identität, Pose und Inszenierung durchlässig sind.

(Astrid Wege)


Das Setting ist einfach: Gruppenbild mit sechs in zwei Reihen hintereinander platzierten älteren Frauen, die alle in die Kamera schauen. Nur eine Frau riecht an eine Fläschchen.Anlass des Films war Kubelkas bevorstehende Hochzeit. Polterabend zeigt die Reaktionen der Freundinnen, die in ihren Gesichtern pointiert zum Ausdruck kommen. Gesichter erzählen bekanntlich auch Geschichten.

(Dietmar Schwärzler)

Printgrafik: polterabend1.jpg

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  filmvideo.at // Polterabend erstellt am 2009-02-02 letzte Änderung am 2016-09-13