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Titel:     Notes on Marie Menken
Regie     Martina Kudlácek
  original titel:
Notes on Marie Menken
Jahr: 2006
Land: Austria
USA
Länge: 97:00 min
Premiere: 2006 / Netherlands
Medientyp: Film
Kategorie: Dokumentarfilm
Orig.Spr.: Englisch
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Notes on Marie Menken
Was man vielleicht kennt, sind Anekdoten um eine grelle Figur des amerikanischen Underground, denen ein Stück von Edward Albee entsprungen ist. Mit der Suche nach der widersprüchlichen Frau von Willard Maas begibt sich Notes on Marie Menken auf unbekanntes Terrain. Das subtil aus individuellen Zeugenschaften und vergessenen Archivbeständen gebaute Porträt beleuchtet entschieden fragmentarisch eine bisher unterschätzte Protagonistin der New Yorker Avantgarde. Über die aufrichtige Reverenz der damals Jüngeren erschließt sich heute das Ausmaß der Ausstrahlung von Marie Menken. Das Factory-Gründungsmitglied Gerard Malanga schildert die Künstlerin aus der Sicht des Wahlsohns; Jonas Mekas und Stan Brakhage haben von ihr erklärtermaßen zentrale ästhetische Impulse erhalten. Seit den vierziger Jahren erfaßte Menken mit ihren filmischen Glimpses das Augenblickliche und Alltägliche, indem sie sich auf Lichtreflexe und Farben, auf Formen und Texturen konzentrierte. So war sie eine der ersten, die die zeitliche Elastizität der Bolex-Kamera gestalterisch für den Avantgardefilm zu nutzen wußte. Ein Sinn für tänzerischen Rhythmus, Lichtverhältnisse und Details erweist sich inbesondere an Arabesques for Kenneth Anger, den Kudláceks Hommage ganz zeigt. Notes on Marie Menken gibt eine Ahnung von Menkens ausgeprägtem Sinn für taktile und optische Effekte, indem er Menken auch als bildende Künstlerin vorstellt, der besonders an der Collagetechnik gelegen war. In ihrer eigenen Kameraarbeit auf Einfühlung und Anschaulichkeit bedacht, läßt Martina Kudlácek zudem die Materialität der Archive wie die Körper der Zeugen sprechen. So ist den Notizen über Menken auch deren Entstehungsprozeß eingeschrieben: das Sichten, Spulen und Ausheben, Raum für Spielerisches und Zweifel.

(Christa Blümlinger)


Notes on Marie Menken erzählt die nahezu vergessene Geschichte der legendären Künstlerin Marie Menken (1909 - 1970), die zu einer der außergewöhnlichsten Underground-Filmemacherinnen im New York der 50er und 60er Jahre wurde und Künstler wie Stan Brakhage, Andy Warhol, Jonas Mekas, Kenneth Anger und Gerard Malanga inspirierte. Die Dokumentation gibt Einblick in ihren gesellschaftlichen und künstlerischen Kampf sowie ihre radikale Integrität und zeichnet das Bild eines modernen Mythos in persönlichem Tagebuchstil.
Marie Menken war eine abstrakte Malerin, als sie begann, mit Film zu experimentieren. «Filmemachen war eine natürliche Entwicklung während meiner Beschäftigung mit Malerei, da es mir vorwiegend darum ging, Licht festzuhalten, dessen Effekt auf strukturierten Oberflächen, dessen glänzendes Leuchten in der Finsternis, die Betonung von nebeneinander gestellten Farben, die Beharrlichkeit des Blicks und Erschöpfung der Augen», erklärt Marie Menken.
Der Filmemacher Jonas Mekas schrieb: «Marie war eine der ersten Filmemacherinnen, die mit der Kamera improvisierte und schnitt, während sie drehte. Sie filmte mit ihrem gesamten Körper, ihrem gesamten Nervensystem. Man spürt Marie in jeder Einstellung, wie sie den Film aus winzigen Teilen und durch Bewegung konstruiert. Es ist diese Bewegung und der Rhythmus, die so viele von uns aufgriffen und später in unseren eigenen Werken weiterentwickelten.»

(Produktionsnotiz)

--> www.notesonmariemenken.org

Printgrafik: MM_sujet_rgb.jpg

deutsche druck version
   
  filmvideo.at // Notes on Marie Menken erstellt am 2006-01-04 letzte Änderung am 2016-12-09