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Titel:     camera
Regie     Kerstin Cmelka
  original titel:
camera
Jahr: 2002
Land: Austria
Deutschland
Länge: 09:00 min
Premiere: /
Medientyp: Film
Kategorie: Avantgarde/Kunst
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
Texte und Bilder  
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Synopsis
camera
Camera präsentiert drei Tableaus, die das Verhältnis von Aufnahmeapparatur und szenischem Raum zum Gegenstand haben: Die Kamera zeigt uns drei Zimmer, die Zimmer sind wiederum (in fast allen romanischen Sprachen) "Cameras". Obwohl die einzelnen Tableaus für sich stehen können und auch durch kurzen Schwarzfilm getrennt sind, scheint ihre Abfolge eine zusätzliche Überlegung ins Spiel zu bringen: Daß nämlich die Sicherheit unseres Sehens in Gefahr ist, sobald Stand- und Blickpunkt ineinander gespiegelt werden.

Das erste Tableau ist überaus einladend: Es erzeugt das Gefühl, sich auf einer sommerlichen Terrasse zu befinden, mitten im Freien, mit fernem Verkehrslärm, zum Trocknen aufgehängter Wäsche sowie Fernsicht auf Meer, Himmel und Wolken. Tatsächlich ist der Raum, der hier gezeigt wird, alles andere als offen: Er setzt sich aus drei verschiedenen Einstellungen zusammen und ist damit ein Raum, der so nur in der (Trick-)Filmkamera existieren kann. Unser Sehen wird von zu Wänden gewordenen Bildern begrenzt, so als hätte die Leinwand sich plötzlich in eine Camera Obscura verwandelt.

Wenn im ersten Tableau mit der Möglichkeit gespielt wird, das Außerhalb des Bildes zum Verschwinden zu bringen, dann restaurieren die beiden folgenden dieses wieder, wobei im ersten Fall die Umwelt, im zweiten das Zimmer ein gerade noch sichtbares Außen markieren. Der Blick findet seine Freiheit, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Film und Welt zu unterscheiden wieder, allerdings unter der Bedingung, daß er von einem Zimmer aus nach weiteren Himmeln sucht. Diese Freiheit ist Illusion: Nicht das Unsichtbare, das Sichtbare ist das Rätsel.

(Vrääth Öhner)


Für Camera fertigte ich Masken (zurechtgeschnittene Kartonstücke) an, die direkt vor das Kameraobjektiv geklebt wurden und jeweils einen Teilausschnitt eines statischen Bildes abdeckten, der beim darauffolgenden Filmdurchlauf zeitversetzt "aufgefüllt" und dabei ein anderer, bereits belichteter Bildteil verdeckt wurde. So entstanden zusammengesetzte Bilder, deren Einzelteile zu unterschiedlichen Filmaufnahmegeschwindigkeiten belichtet wurden. der Ton wurde adäquat zum Bild bearbeitet. Es gibt jeweils so viele Tonspuren wie einzelne Bildteile, die von einem Tonstück ausgehend - das am selben Ort wie das Bild aufgenommen wurde -, analog zum Bild in unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen oder synchron aussetzen, wenn der dazugehörige Bildteil ausfällt. Camera besteht aus drei Teilen, wobei der letzte Teil ohne Masken auskommt, das Filmbild nicht geteilt und nicht mehrmals belichtet wurde.

(Kerstin Cmelka)

Printgrafik: cme_camera1c.jpg

deutsche druck version
   
  filmvideo.at // camera erstellt am 2004-02-05 letzte Änderung am 2016-02-04